Umweltpreis-Ausgezeichnete unterstĂŒtzen Frankfurter ErklĂ€rung

Blog-Beitrag zum Deutschen Umweltpreis

Engagement fĂŒr die biologische Vielfalt vor dem Weltnaturgipfel in Montreal: Wissenschafts- und Nichtregierungsorganisationen fordern Schulterschluss von Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, um das Wirtschaften gegen die Natur zu beenden.

Eine Woche vor Beginn der 15. Vertragsstaatenkonferenz zur biologischen Vielfalt (CBD COP15) im kanadischen Montreal fordert ein BĂŒndnis deutscher Wissenschafts- und Nichtregierungsorganisationen in der sogenannten „Frankfurter ErklĂ€rung“, das Wirtschaften gegen die Natur zu beenden. Die Organisationen stellen in ihrem Positionspapier Forderungen an die Bundesregierung und die EuropĂ€ische Union, damit der Weltnaturgipfel ein Erfolg wird. Sie erwarten beispielsweise ein verpflichtendes BiodiversitĂ€ts-Reporting von Unternehmen als ein konkretes Ergebnis der Konferenz. Die Politik mĂŒsse sicherstellen, dass Unternehmen und Finanzinstitutionen ihre BiodiversitĂ€ts-Auswirkungen und -AbhĂ€ngigkeiten messen. In der ErklĂ€rung machen die Organisationen konkrete VorschlĂ€ge, um eine naturvertrĂ€gliche Wirtschaft zum Standard zu machen. Dabei bieten sie ihre Expertise an, um die dringendste Herausforderung der Menschheit zu bewĂ€ltigen – die „Zwillingskrise“ aus BiodiversitĂ€tsverlust und Klimawandel.

Beech forest in the Carpathia project area. Romania. © Daniel Rosengren

Mitunterzeichnende sind mehrere TrÀgerinnen und TrÀger des Deutschen Umweltpreises der DBU, darunter der aktuelle PreistrÀger Dr. Christof Schenck, die Makroökologin Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese (Deutscher Umweltpreis 2021) und die Meeresbiologin Prof. Dr. Antje Boetius (Deutscher Umweltpreis 2018). Der UmweltpreistrÀger des Jahres 2015, Prof. Dr. Johan Rockström, begleitet die Initiative. Ein weiterer Unterzeichner ist der DBU-Kuratoriumsvorsitzende Prof. Dr. Kai Niebert.

Globale Vereinbarung historischen Ausmaßes nötig – Deutschland mit Vorreiterrolle

UmweltpreistrĂ€ger Schenck sagte anlĂ€sslich der Veröffentlichung der Frankfurter ErklĂ€rung am Dienstag, 29. November 2022: „Wir brauchen dringend eine Trendwende! Nach der ernĂŒchternden Bilanz des soeben zu Ende gegangenen Weltklimagipfels in Sharm el-Sheikh gilt dies umso mehr fĂŒr den Weltnaturgipfel in Montreal. Nötig ist eine verbindliche, globale Vereinbarung historischen Ausmaßes zum Schutz der Natur. Sie muss den Rahmen setzen, den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen, mit und nicht gegen die Natur zu wirtschaften und geschĂ€digte Natur wiederherzustellen!“

Das BĂŒndnis hinter der Frankfurter ErklĂ€rung hat sich zum Ziel gesetzt, alle nötigen Voraussetzungen fĂŒr ein natur-positives Unternehmenshandeln zu schaffen. Dabei sieht es Deutschland in einer Vorreiterrolle. Als viertgrĂ¶ĂŸte Wirtschaftsnation der Welt hat die Bundesrepublik einen enormen „BiodiversitĂ€ts-Fußabdruck“: Die globalen Wertschöpfungsketten deutscher Unternehmen beeinflussen die Natur in erheblichem Maße und tragen vielfach zu ihrer Zerstörung bei. Zudem gebe es kaum ein Land mit mehr wissenschaftlichen Erkenntnissen, flĂ€chendeckenden BiodiversitĂ€tsdaten und ambitionierten Initiativen zum weltweiten Naturschutz, so die Forschenden in ihrer ErklĂ€rung.


Den kompletten Text der Frankfurter ErklÀrung mit den Unterzeichnenden finden Sie hier: https://frankfurter-erklaerung.eu/

Mehr zum Thema lesen Sie in einer Pressemitteilung der Senckenberg Gesellschaft fĂŒr Naturforschung.

Foto: DBU/Peter Himsel

Sehen Sie hier das Videostatement von UmweltpreistrĂ€ger Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Institut fĂŒr Klimafolgenforschung. Weitere Statements unter https://frankfurter-erklaerung.eu/videostatements/

Text: PM Senckenberg Gesellschaft fĂŒr Naturforschung, Verena Menz, Titelbild: Daniel Rosengren/ZGF