Förderung natĂŒrlicher Abwehrmechanismen von Hopfenpflanzen gegen Spinnmilben zur Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln

Projekt aus der Förderinitiative zur Vermeidung und Verminderung von Pestiziden in der Umwelt

Spinnmilben sind ein Hauptschädling für Hopfen. Bei starkem Befall kann das zu Qualitäts- und Ernteverlusten oder sogar zum Totalausfall führen. Da Spinnmilben besonders warme und trockene Verhältnisse bevorzugen, wird durch den Klimawandel die Bedeutung weiter zunehmen. Zum Schutz werden bislang regelmäßig umweltschädliche Pflanzenschutzmittel aus der Gruppe der Akarizide verwendet, gegen die Spinnmilben jedoch zunehmend Resistenzen entwickeln.

Ziel des Projektes ist es, den Einsatz von Akariziden deutlich zu reduzieren. Dazu wird im Projekt systematisch untersucht, inwieweit anfänglich starker Befall mit Spinnmilben die Anfälligkeit der Hopfenpflanze im Folgejahr reduziert (induzierte Resistenz).

Im Rahmen des Projektes werden Versuche im Freiland auf 30 Praxisflächen (Hopfengärten) und im Gewächshaus durchgeführt. Dabei werden behandelte und unbehandelte Hopfenpflanzen bezüglich des Spinnmilbenbefalls und die Anfälligkeit verschiedener Hopfensorten miteinander verglichen. Im Gewächshausversuch werden junge Hopfenpflanzen gezielt mit Spinnmilben besiedelt, um starken Anfangsbefall auszulösen. Kontrollpflanzen werden dagegen durch Akarizidbehandlungen komplett spinnmilbenfrei gehalten. Die so vorbereiteten Hopfenpflanzen werden anschließend ins Freiland gesetzt und in den Folgejahren beobachtet. Aus diesen Pflanzversuchen werden Erkenntnisse für den Pflanzenschutz in der Praxis erarbeitet, die zu einer signifikanten Reduktion des Akarizideinsatzes beim Anbau von Kulturhopfen beitragen sollen.

 

Projektdurchführung:
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung (IPZ)
85283 Wolnzach

DBU-AZ: 35937/01

Förderzeitraum: März 2021 – März 2026

 

Stand: 22.06.2021

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