DBU aktuell – Umweltbildung I/2018

Themen in dieser Ausgabe: Wie sichert man Artenkenntnis? Umfrage für Artenkenner und Naturinteressierte - Wie kommuniziert man „trockene“ Themen? Arbeitskreis „Stroh zu Gold spinnen“ der DBU-Sommerakademie - Wie macht man Komplexes verständlich? Projekt der Tropenwaldstiftung OroVerde - Wie bringt man wissenschaftliche Datenfülle in die Bildung? KlimafolgenOnline des PIK in Potsdam - Wie informiert man Studierende über Holzbau? Wanderausstellung HOLZ.BAU.ARCHITEKTUR - Wie vernetzt man Umweltbildungs-Angebote für Geflüchtete? www.umweltbildung-mit-fluechtlingen.de

Einleitung

Liebe Leserinnen und Leser,

von „trocken“, „komplex“, „wissenschaftlich“…. zu „anschaulich“ und „spannend“ – diese Brücke schlagen die verschiedenen Projekte in unserem heutigen Umweltbildungs-Newsletter. Naturwissenschaftliche Umweltthemen haben ja leider den Ruf, nicht gut vermittelbar zu sein. Wir zeigen Ihnen heute ein paar Beispiele, wie man auch vermeintlich trockene Materie, komplexe Zusammenhänge und große Datenmengen so herunterbricht und aufbereitet, dass Schulkinder, Studierende und Erwachsene jede Menge für sich mitnehmen können.

In unserer letzten Ausgabe haben wir über Schülerlabore und Nachhaltigkeitsbildung berichtet. Inzwischen ist die Publikation „MINT-Nachhaltigkeitsbildung in Schülerlaboren“ fertig und kann für 12 Euro bei www.lernortlabor.de bestellt werden.

Vielleicht regt Sie ja das eine oder andere Projekt zum Besuchen, Mitmachen und Mitdenken an? Haben Sie selber eine Projektidee für die Förderung durch die DBU? Mehr Informationen zu Förderung und Antragsstellung finden Sie hier.

Wir wünschen Ihnen einen sonnigen Frühling!

Ihr Team von DBUaktuell Umweltbildung

Mit eigenen Visualisierungen komplexe Themen konkret herunterbrechen.

Wie sichert man Artenkenntnis? – Umfrage für Artenkenner und Naturinteressierte

Es gibt immer weniger Expertinnen und Experten mit fundierten Artenkenntnissen, so dass die Zukunft der Naturschutzarbeit bedroht wird. Institutionelle Ansätze einer systematischen Nachwuchsförderung sind jedoch noch rar.

Auf dem Jugendkongress „Jugend | Zukunft | Vielfalt 2017“ hat daher eine Gruppe Studierender selbst die Initiative ergriffen: Sie möchte eine Internetplattform als „Netzwerk Artenkenntnis“ schaffen, die Artenkenner und Naturinteressierte zusammenbringt und den Transfer von Artenkenntnis durch informellen Austausch fördert.

Damit diese Internetplattform die tatsächlichen Bedürfnisse der Artenkenner sowie der Naturinteressierten berücksichtigt, möchte die Projektgruppe mithilfe zweier Umfragen ein breites Stimmungsbild der beiden Zielgruppen einholen. Mit Ihrer Teilnahme daran leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Projekt und unterstützen die Arbeit auf dem Weg zur Nachwuchsförderung von Artenkennern.

Die Teilnahme an den Umfragen erfolgt anonym und ist bis zum 31.05.18 möglich. Die Beantwortung der Fragen dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Über die folgenden Links gelangen Sie zu den Umfragen:

Umfrage für Artenkenner:          http://t1p.de/umfrage-artenkenner

Umfrage für Naturinteressierte: http://t1p.de/umfrage-naturinteressierte

Vielen Dank für Ihren Beitrag!

Mehr Informationen über das Netzwerk Artenkenntnis erhalten Sie unter https://www.jugend-zukunft-vielfalt.de/2802.html und http://www.anl.bayern.de/publikationen/anliegen/meldungen/wordpress/netzwerk_artenkenntnis/ sowie auf https://www.facebook.com/netzwerkartenkenntnis.

Wer kennt sie noch, die verschiedenen Arten von Fauna und Flora?
Auch der Nachtigall GrashĂĽpfer ist im Visier des Projektes Netzwerk Artenkenntnis.

Wie kommuniziert man „trockene“ Themen? – Arbeitskreis „Stroh zu Gold spinnen“ der DBU-Sommerakademie

Gibt es sie überhaupt, die „trockenen“ Themen, die angeblich niemanden interessieren? Oder ist alles eine Frage der Aufbereitung? Natürlich sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit alltagsnahen und emotionalen Themen z.B. aus der Tierwelt einfacher zu „packen“, als für biogeochemische Stoffflüsse zu interessieren. Dennoch können auch unspannend erscheinende Themen aufpoliert und glänzend vermittelt werden. In Kommunikation, Journalismus und Bildung stehen erprobte Darstellungsformen, Methoden und Formate zur Verfügung, die es mit kreativen Ideen zu gestalten und weiter zu entwickeln gilt.

Darüber diskutieren wir in einem eigenen Arbeitskreis auf der DBU-Sommerakademie am 05. Juni 2018 und spannen dabei den Bogen vom Journalismus über Nachhaltigkeitsbildung und Qualifizierung bis hin zu visuellen Medien wie Wissenschaftscomics und interaktiven Ausstellungen.

Wir laden Sie herzlich ein, sich zu informieren und mitzudiskutieren bei der 24. Sommerakademie vom 4. bis 6. Juni 2018 im Kloster Drübeck im Harz. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Verpflegungs- und Übernachtungskosten müssen von den Teilnehmenden selber getragen werden. Weitere Informationen und die Anmeldung finden Sie unter www.dbu.de/sommerakademie.

Informationen und Anmeldung zur Sommerakademie unter www.dbu.de/sommerakademie.

Wie macht man Komplexes verständlich? – Projekt der Tropenwaldstiftung OroVerde

Zuviel zu undurchdringbare Information können bei uns zu einer einfachen Gegenreaktion führen: Wir „machen zu“, wollen von dem Thema gar nichts mehr wissen oder greifen uns einen einfachen, für uns überschaubaren Informationsschnipsel heraus und beschäftigen uns nur noch damit.

So geht es oft auch Jugendlichen bei Themen der Nachhaltigkeitsbildung wie z.B. dem Konsumverhalten und dem Klimaschutz. Wenn allerdings Jugendliche die damit verbundenen komplexen Zusammenhänge und wechselseitigen Beziehungen nachvollziehen können, dann sind sie auch in der Lage, das eigene Handeln und seine Auswirkungen zu hinterfragen und nachhaltiger auszurichten.

Um diese komplexen Zusammenhänge und Systeme verständlich zu vermitteln, wird die Tropenwaldstiftung OroVerde in dem DBU-geförderten Projekt „Keine Angst vor Komplexität“ praxisnahes Schulmaterial entwickeln. Es besteht aus verschiedenen Bausteinen zur Wissensvermittlung wie Diagrammen im Comicstil, der altersgerechten Vermittlung von Systemdenken, dem Mitmachkrimi „Tatort Tropenwald“ inklusive einer entsprechenden Umsetzung in den sozialen Medien. Die erarbeiteten Unterrichtsmaterialien sollen später bundesweit verbreitet werden. Entsprechende Beispiele zum Thema Tropenwald können Sie bereits jetzt auf der Webseite von OroVerde bestellen.

In unserer Pressemitteilung vom 08.03.2018 finden Sie weitere Informationen.

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Aus Comics lernen…
…und selber Inhalte bildlich erfassen.

Wie bringt man wissenschaftliche Datenfülle in die Bildung? – KlimafolgenOnline des PIK in Potsdam

Auch die schiere Menge an verfügbaren Daten und Informationen kann einer verständlichen Wissenskommunikation im Wege stehen. Deswegen wurde im DBU-Projekt „Entwicklung und Erprobung einer online-basierten Umweltbildung“ der umfangreiche Datenbestand zum Klimawandel und seinen Auswirkungen des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) im Web-Portal www.klimafolgenonline-bildung.de visualisiert. Um die Arbeit mit dem Portal zu erleichtern, wurden außerdem interdisziplinäre Lernmodule, Arbeitsblätter, Handreichungen etc. entwickelt.

Auf www.klimafolgenonline-bildung.de können Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte die mögliche Entwicklung des Klimas in Deutschland landesweit sowie lokal nachvollziehen. So werden die Zusammenhänge und Auswirkungen des ablaufenden Klimawandels besser begreifbar. Das Portal liefert bis auf Landkreisebene aufgelöste Daten für die Bereiche Klima, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Energie. Indem die Komplexität der Thematik – soweit didaktisch erforderlich – reduziert wurde, gelingt es, die Kluft zwischen wissenschaftlichen Informationen und den Anforderungen der Bildung zu überbrücken.

Neben dem Portal selber stehen als Projektergebnis Unterrichtsmaterialien für die interdisziplinäre Projektarbeit, fachspezifische Unterrichtseinheiten für Geografie, Mathematik, Englisch und naturwissenschaftliche Fächer für die Sekundarstufen I und II sowie „Forscherwerkstätten" zur Verfügung. Letztere sind in drei verschiedenen Niveaustufen verfügbar und für unterschiedliche Schul- bzw. Kompetenzniveaus geeignet. Die „Forscherwerkstätten" können entweder im regulären Unterricht oder in interdisziplinärer Projektarbeit genutzt werden. Weitere Informationen finden Sie auch unter www.lehrer-online.de, in unserer Pressemitteilung vom 10.01.2018 sowie in unserer Projektdatenbank.

AZ 30992

Darstellung der Lufttemperatur-Tagesmittel fĂĽr die Dekaden 1901 bis 1910 (oben) sowie 2001 bis 2010 (unten) von www.klimafolgenonline-bildung.de.

Wie informiert man Studierende über Holzbau? – Wanderausstellung HOLZ.BAU.ARCHITEKTUR

Holz hat als Baustoff einige ökologische und konstruktive Vorteile und bietet viele architektonische Möglichkeiten. Dennoch gibt es bei Bauingenieuren und Architekten noch Wissensdefizite, da das Thema Holzbau in der Lehre zu wenig berücksichtigt wird. Zur besseren Information der Studierenden über den aktuellen Stand der Technik, das Potential und die universelle Einsetzbarkeit des Holzbaus wurde die Wanderausstellung „HOLZ.BAU.ARCHITEKTUR“ der Holzbau Deutschland von der DBU fachlich und finanziell gefördert.

Die Ausstellung beginnt mit den ökologischen, architektonischen und konstruktiven Aspekten des Holzbaus. Anschließend werden Bauprojekte aus den Kategorien „Neubau“ und „Bauen im Bestand“ vorgestellt. In der Kategorie „Komponenten / Konzepte“ werden des Weiteren Bauprodukte, Bausysteme oder innovative Planungs- und Baukonzepte zum Thema Holzbau präsentiert. Abschließend zeigt die Ausstellung die Objekte der Preisträger des Hochschulpreises Holzbau. Diese machen deutlich, welche zukunftsfähigen Lösungen für den Holzbau der Nachwuchs an den Hochschulen sieht.

Die Ausstellung steht allen Interessierten zur Ausleihe und Präsentation zur Verfügung. Hochschulen sind hervorragend zur Präsentation geeignet. Aber auch andere Ausstellungsorte wie Architektenkammern, Messen, Tagungen und Konferenzen sind denkbar.

Weitere Informationen zur Ausleihe sowie die aktuellen Ausstellungstermine finden Sie unter http://www.deutscher-holzbaupreis.de/holzbauarchitektur/ und auch in unserer Projektdatenbank.

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Einblicke in die Wanderausstellung HOLZ.BAU.ARCHITEKTUR.

Wie vernetzt man Umweltbildungs-Angebote für Geflüchtete? – www.umweltbildung-mit-fluechtlingen.de

Umweltbildung eröffnet den neu in Deutschland Angekommenen einen Zugang zur Natur und bietet Möglichkeiten für Engagement und Mitgestaltung vor Ort. Sie sensibilisiert für Umweltthemen im Alltag, erklärt den Sinn deutscher Regeln und Gesetze am Beispiel des Umweltschutzes und hilft auch beim Verstehen unserer Kultur.

Sprachhindernisse, kulturelle Unterschiede und rechtliche Hürden sind dabei wiederkehrende Herausforderungen, so dass bei den Bildungsanbietern eine entsprechende Qualifizierung erforderlich ist, um sich auf die Zielgruppe Geflüchtete einzustellen.

Von der DBU gefördert erarbeitete die Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung (ANU) e.V. daher ein Maßnahmenbündel zur Qualifizierung von Bildungsanbietern für Geflüchtete. Das Projekt „Willkommen in Bayern“ informierte, beriet und vernetzte die ANU-Mitglieder und weitere Akteure der Umweltbildung, um möglichst viele Angebote der Umweltbildung mit geflüchteten Menschen zu motivieren. Bayernweit wurden Initiativen angestoßen und damit Schneeballeffekte erzielt.

Mit der Webseite www.umweltbildung-mit-fluechtlingen.de wurde und wird Öffentlichkeitsarbeit für die verschiedenen Umweltbildungsprojekte geleistet. Allein während der Projektlaufzeit wurden dort über 30 Projekte ein- und vorgestellt – inzwischen sind es über 100. Alle Projekte wurden vor Ort von der Politik unterstützt und geschätzt, da sie dabei helfen, Vorurteile abzubauen und Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit entgegenzuwirken.

Weitere Informationen finden Sie in unserer Projektdatenbank.

AZ 35000/01

Zusammenarbeit von Geflüchteten z.B. mit Kindern…
…und gleichaltrigen Jugendlichen in verschiedenen Umweltbildungsprojekten.