Von der „Hobby-Botanikerin“ zur KapazitĂ€t: Artenschutz als „Herzenssache“

Deutscher Umweltpreis: Ehrenpreis Lebensleistung Prof. Dr. h.c. Loki Schmidt
Hamburg. "FĂŒr Loki Schmidt ist der Schutz pflanzlicher Artenvielfalt eine Herzenssache. Mit Charisma und bĂŒrgernahen Aktionen wie der ‚Blume des Jahres' hat sie fĂŒr den Naturschutz in breiten Kreisen der Bevölkerung eine Bresche geschlagen. Bescheiden und ohne öffentliches Aufsehen hat sie sich als Autodidaktin von einer ‚Hobby-Botanikerin' zu einer in Fachkreisen anerkannten KapazitĂ€t entwickelt." - Mit diesen Worten wĂŒrdigte DBU-GeneralsekretĂ€r Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde die Auszeichnung von Prof. Dr. h.c. Hannolore (Loki) Schmidt (85) mit dem Ehrenpreis Lebensleistung des Deutschen Umweltpreises 2004 der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Engagement fĂŒr Artenschutz

In Hamburg geboren, rief die gelernte Volks- und Realschullehrerin 1976 das Kuratorium zum Schutze gefĂ€hrdeter Pflanzen ins Leben, das heute als Stiftung Natur und Pflanzen Naturschutzprojekte betreibt und sehr stark auf Eigeninitiative und Eigenverantwortung setze. Lange vor der Internationalen Umweltkonferenz von Rio de Janeiro (1992) habe Loki Schmidt wissenschaftliche Schutzkonzepte fĂŒr gefĂ€hrdete Pflanzen und Ökosysteme gefordert. In Anerkennung ihres internationalen Engagements zum Pflanzenschutz wurden verschiedene Arten nach ihr benannt.

Einsatz fĂŒr Botanische GĂ€rten

Seit den siebziger Jahren setzt sich Loki Schmidt fĂŒr die Botanischen GĂ€rten ein als wichtige Institutionen zur Erforschung und Erhaltung biologischer Vielfalt und als Standorte zur Kommunikation der ethischen Verantwortung des Menschen fĂŒr den Erhalt des Naturerbes. Von ihren Reisen zum Studium der Pflanzenwelt und der Natur brachte sie neue Pflanzenarten in europĂ€ische Sammlungen ein. Als eine der Ersten habe sie auf die dringende Notwendigkeit hingewiesen, das genetische Erbe der Pflanzenwelt zu erhalten und Saatgut zu deponieren.

Internationaler GĂ€rtnertausch

Im Rahmen ihres Engagements fĂŒr die Botanischen GĂ€rten initiierte sie 1986 den internationalen GĂ€rtnertausch. Hierin sind die Botanischen GĂ€rten in Hamburg, Jerusalem (Israel), Sankt Petersburg (Russland), MĂ©rida (Venezuela), Göteborg (Schweden) und Mexico City miteinander verbunden, zwischen denen bisher weit ĂŒber 50 gegenseitige Arbeitsaufenthalte von GĂ€rtnern durchgefĂŒhrt wurden. Auf sie zurĂŒckzufĂŒhren sei die erste vollstĂ€ndige Übersicht der teilweise weltweit bedeutenden Sammlungen der Botanischen GĂ€rten Deutschlands.

Die "Blume des Jahres" - eine Idee Loki Schmidts

Mit der 1980 gestarteten Initiative zur Auslobung der "Blume des Jahres", die beispielsweise mit dem "Baum des Jahres" oder dem "Vogel des Jahres" viele Nachahmer gefunden hat, aber auch mit dem fĂŒr den Schutz gefĂ€hrdeter Pflanzenarten werbenden Aufkleber "Ansehen immer, abpflĂŒcken nie" habe sie es verstanden, ihre Anliegen in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen. In Anerkennung dieses Engagements wurde sie vielfach ausgezeichnet.
Ein Leben fĂŒr den Naturschutz: Loki Schmidt in ihrem Garten mit der Blume des Jahres 2003, der Kornrade.