Volle Kraft voraus: 54-jÀhrige Lok geht auf Reise durch die Wildnis

Schmalspurbahn im Museum Industriekultur bald im Einsatz – DBU fördert mit 32.000 Euro

Osnabrück. Ein Oldtimer unter den Lokomotiven kehrt aus dem Museum für feldspurige Industriebahnen an seinen alten Ort des Schaffens zurück: den Piesberg. Dort, wo die Lok bereits vor 50 Jahren beim Abbau von Stein zum Einsatz kam, soll sie nun mit den Besuchern des Museums Industriekultur auf Reisen durch die Wildnis der Industriebrache gehen. In einem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit rund 32.000 Euro geförderten Projekt sollen insgesamt fünf alte Schmalspurbahnen wieder auf die Gleise gehievt werden, um den Besuchern auf einem mobilen Erlebnispfad die Naturentwicklung vor, während und nach dem Steinabbau zu vermitteln. Eine der Loks startete heute im Beisein von DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde ihre erste Probefahrt. „Das Projekt zeigt, wie mit Hilfe von Fördermitteln schnell ein modellhaftes und auf Dauer angelegtes Bildungsangebot in die Tat umgesetzt werden kann“, lobte Brickwedde.

Industriebrache bietet Flora und Fauna wertvolle Nischen

Nachdem die Gewinnung von Rohstoffen am Piesberg in den 70er Jahren eingestellt worden war, haben sich auf der industriell geprägten Fläche wieder ungehindert Sträucher und Bäume entwickeln können. „Hier sind für Flora und Fauna wertvolle Nischen entstanden, die die Besucher mit der Schmalspurbahn sehr gut erkunden können“, erklärte Brickwedde. Er machte sich heute im Beisein des Ratsvorsitzenden der Stadt Osnabrück, Josef Thöle, dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Osnabrück, Dr. Josef Bernhard Hentschel, Museumsdirektor Rolf Spilker sowie Professor Herbert Zucchi der FH Osnabrück und Jörg Sprengelmeyer vom Museum für Feldspurige Industriebahnen ein Bild von den Baufortschritten.

Naturerlebnispfad für Besucher ab September offen

Neben der 54-jährigen Lok stehen bereits vier weitere Triebwagen sowie zwei Personenzüge in den Startlöchern für ihren Einsatz am Piesberg. Untergebracht werden sollen sie in dem zum Museum Industriekultur gehörenden ehemaligen Pumpenhaus, dessen Sanierung bereits abgeschlossen ist. Die Offizielle Einweihung des mobilen Naturerlebnispfads ist während des Piesberger Bergfests im September dieses Jahres geplant. Der Fahrbetrieb soll dann den Besuchern von April bis Oktober alle 14 Tage offen stehen.

Ansprechpartner für Fragen zum Projekt (AZ 27264): Rolf Spilker, Museum Industriekultur Osnabrück, Telefon: 0541/9127845, Telefax: 0541/9127847

Auf Probefahrt (v. l.): Ratsvorsitzender der Stadt OsnabrĂŒck, Josef Thöle, Dr. Bernhard Hentschel, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse OsnabrĂŒck, DBU-GeneralsekretĂ€r Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Jörg Sprengelmeyer, Verein fĂŒr feldspurige Industriebahnen (am Steuer).
Wo Schmalspurbahnen in den 30er Jahren den harten Piesberger Stein abtransportierten, gehen sie ab September mit den Besuchern des Museums Industriekultur auf Naturerkundungstour.

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