Umweltschutz in Köpfen verankern: Sportschiffe ökologisch reinigen

DBU fĂŒr umweltgerechten Einsatz von Reinigungschemikalien bei Schiffen – Thema in FĂŒhrerscheinausbildung?

Haren. Sie schippern auf hoher See und sehen dabei gut aus: Sportschiffe werden immer beliebter. Weniger schön ist das, was sie im Meer, in FlĂŒssen und Seen zurĂŒcklassen: „Oft verwenden ihre Besitzer zu intensiv Reinigungsmittel – das belastet die Umwelt“, sagt Hermann Lohmann, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Hermann Lohmann Schiffs- und Industriebedarf aus Haren. Damit sich das Ă€ndert, sollen Sportboot-Vereine, Hafenverwaltungen, Mietsbootverleihe und Charterbetriebe besser informiert, beraten und qualifiziert werden. „Ziel ist es, den Wert des Elements Wasser stĂ€rker in den Köpfen der Akteure zu verankern und ein ökologisches Reinigen von Schiffen auch in die Ausbildung und PrĂŒfungen fĂŒr Sport- und MotorbootfĂŒhrerscheine einfließen zu lassen“, so Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, GeneralsekretĂ€r der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Die DBU fördert das Projekt mit 125.000 Euro.

85 Prozent weniger Chemie durch kleine Reinigungsflaschen

Das Projekt basiere auf einem Ă€hnlichen DBU-Projekt und einer darauf aufbauenden Studie in der Binnenschifffahrt. Die habe ergeben, dass durch das Verwenden kleinerer Reinigungsflaschen bis zu 85 Prozent weniger Chemikalien verbraucht werden als beim Gebrauch grĂ¶ĂŸerer BehĂ€lter. „Die Erkenntnis, dass große Einsparpotenziale möglich sind, wollen wir nun fĂŒr die Sportschifffahrt nutzen“, so Lohmann. „ZunĂ€chst besuchen wir mindestens 30 Besitzer von Sportbooten und erfassen die Rahmenbedingungen des Reinigens. Darauf abgestimmt sollen mindestens 200 Mehrweg-ReinigungsbehĂ€lter produziert und von den ausgewĂ€hlten Personen erprobt werden.“

Umweltgerechtes Reinigen in Ausbildung fĂŒr BootsfĂŒhrerschein

Ebenso sollten Angebote fĂŒr Beratungen, zum Informieren und Qualifizieren fĂŒr Vereine, Hafenverwaltungen, Mietsbootverleihe und Charterbetriebe entwickelt und angewandt werden, fĂŒgt Lohmann hinzu. Dabei sollten zum Beispiel der GewĂ€sserschutz, umweltschonendes Waschen sowie der Einsatz von modifizierten Mehrweg-BehĂ€ltern thematisiert werden. Kinder und Jugendliche seien eine besonders wichtige Zielgruppe, fĂŒr die spezifische Angebote erarbeitet wĂŒrden. Ihnen solle anhand von Flyern, BroschĂŒren und Veranstaltungsangeboten der Wert des Elementes Wasser verdeutlicht werden, betont DBU-Expertin Verena Exner. Dazu gehöre auch das sorgsame Umgehen mit Reinigungsmitteln. „Das umweltgerechte und wirksame Reinigen von Schiffen soll auch in die Ausbildung und PrĂŒfungen fĂŒr Sport- und MotorbootfĂŒhrerscheine einfließen.“ ZusĂ€tzlich solle ein vorhandenes „Umweltmobil“ in SporthĂ€fen zur Beratung und Information auf Veranstaltungen wie Hafenfesten oder Regatten eingesetzt werden. Geplant sei ebenso die PrĂ€senz auf Boots-Messen.

Brickwedde: "QualitÀt der GewÀsser erhalten und erhöhen"

„Nur wenn sowohl die Binnenschifffahrt als auch die Sportschifffahrt umweltgerechte, auf den GewĂ€sserschutz ausgerichtete Reinigungspraktiken entwickeln, wird es gelingen, die QualitĂ€t der GewĂ€sser zu erhalten und zu erhöhen“, sagt Brickwedde. „Durch die geplanten Beratungen werden Mitglieder von Vereinen und andere Interessierte erreicht, deren Umdenken viel bewirken kann.“ Das Zentrum fĂŒr Wasser- und Umweltforschung der UniversitĂ€t Duisburg-Essen, der Deutsche Motoryachtverband aus Duisburg und die Motoryachtschule im Marinapark aus Walchum unterstĂŒtzen das Projekt.

Ansprechpartner fĂŒr Fragen zum Projekt (AZ 29854): Hermann Lohmann, Schiffs- und Industriebedarf e. K. Haren, Telefon 05932/73470, Telefax 05932/734730

Reinigungsmittel fĂŒr Schiffe belasten GewĂ€sser: Ein neues DBU-Projekt soll ökologisches Reinigen zum Bestandteil von Ausbildung und PrĂŒfungen fĂŒr Sport- und MotorbootfĂŒhrerscheine machen.

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