„Umweltbelastungen durch wirksame Vorsorge vermeiden“

Landes-Umweltministerin Tanja Gönner besuchte DBU und Firma Feldhaus Klinker in Bad Laer

Osnabrück. Die Umweltministerin des Landes Baden-Württemberg, Tanja Gönner, besuchte heute die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU). Gemeinsam mit Georg Schirmbeck, Bundestagsabgeordneter und DBU-Kuratoriumsmitglied, informierte sie sich über die Stiftung und aktuelle Projekte. DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde freute sich, die Politikerin in Osnabrück begrüßen zu dürfen: „Die DBU will wirtschaftliche Interessen und ökologische Erfordernisse verbinden und hat dies in Baden-Württemberg bereits in rund 800 Projekten mit fast 111 Millionen Euro umgesetzt.“ Gönner lobte die Arbeit der Stiftung: „Effektiven Umweltschutz zu praktizieren, heißt drohende Gefährdungen und Belastungen durch wirksame Vorsorge zu vermeiden. Die DBU hat dazu in der Vergangenheit in zahlreichen Initiativen wichtige Anstöße gegeben und setzt außerdem Maßstäbe für eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Entwicklung.“ In Bad Laer machte sie sich anschließend ein Bild von der mittelständischen Firma Feldhaus Klinker, deren umweltschonende Technologien die DBU bereits mit mehr als einer Million Euro gefördert hat.

Klinkerriemchen: bei neuartigem Herstellungsverfahren nur noch ein Brennvorgang nötig

Das mittelständische Unternehmen Feldhaus Klinker – einer der ältesten Betriebe in der Osnabrücker Region – produziert unterschiedliche Klinkerprodukte, darunter auch Klinkerriemchen. Der „dünne Bruder“ des Klinkers ist in der energetischen Gebäudesanierung, aber auch bei energiesparenden Neubauten eine Alternative zu herkömmlichen Außenputzen geworden. „In Verbindung mit einem Wärmedämm-Verbundsystem kann er ideal zur Verkleidung von Häuserwänden eingesetzt werden“, erklärte Brickwedde. Der Herstellungsprozess sei allerdings sehr energieaufwändig. Haben sie eine glasierte Oberfläche, wurden die neun bis 17 Millimeter dünnen Klinkerriemchen bislang in zwei aufeinander folgenden Vorgängen gebrannt. Die Firma hat jetzt ein neuartiges Verfahren entwickelt, bei dem nur noch ein Brand notwendig ist. „Damit verbrauchen wir rund 86 Prozent weniger Energie. Pro Quadratmeter verbauter Riemchen werden so 650 Gramm Kohlendioxid eingespart“, freut sich Geschäftsführer Bernhard Feldhaus, das Projektziel erreicht zu haben. Damit könne das von der DBU mit 330.000 Euro geförderte Vorhaben wie geplant im November dieses Jahres erfolgreich abgeschlossen werden.

Den Umweltschutz im Blick: Baden-WĂŒrttembergs Umweltministerin Tanja Gönner informierte sich in OsnabrĂŒck ĂŒber die Arbeit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und sprach mit dem DBU-Kuratoriumsmitglied und Bundestagsabgeordneten Georg Schirmbeck (r.) und DBU-GeneralsekretĂ€r Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde.

Gönner von Innovationskraft beeindruckt

Die neu entwickelte Produktionsanlage komme testweise bereits seit rund drei Monaten zum Einsatz und konnte bei der Begehung der Werkshalle in voller Funktion vorgeführt werden. „Die Firma Feldhaus Klinker ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie kleine und mittelständische Unternehmen erfolgreich zu einem schonenden Umgang mit Ressourcen und zum Schutz des Klimas beitragen können“, zeigte sich Gönner von der Innovationskraft des Betriebes beeindruckt.

Vorgängerprojekt von DBU bereits mit 762.000 Euro gefördert

Das seit 1857 bestehende Unternehmen setzt in seiner Branche seit vielen Jahren energieeffiziente Standards. „Die Firma nimmt eine Vorbildfunktion in der Klinkerproduktion ein und ist mit seinen Ideen für neue Technologien bereits zum europäischen Marktführer aufgestiegen“, sagte Brickwedde. In einem Vorgängerprojekt, das die DBU bereits mit 762.000 Euro gefördert hatte, entwickelte das Unternehmen ein energiesparendes Verfahren zur Herstellung von Winkelriemchen. Statt die zur Verkleidung von Häuserecken notwendigen Riemchen in einem aufwändigen Herstellungsprozess aus einem massiven Stein zu schneiden, wird der Ton nun direkt in die entsprechende Winkelform gepresst. Der zuvor entstehende Materialabfall von 85 Prozent entfalle. „Auf diese Weise können wir mit der gleichen Menge an Ton fast sechsmal so viele Winkelriemchen herstellen“, schilderte Feldhaus. Der Energieverbrauch reduziere sich ebenfalls auf ein Sechstel. Zudem könnten jährlich 1.350 Kubikmeter Wasser, 9.000 Tonnen Ton und 950 Liter Schmieröl eingespart werden. „Anhand solcher modellhaften und auf andere Betriebe übertragbaren Projekte kann der Gedanke der Nachhaltigkeit in einem ganzen Wirtschaftszweig verankert werden“, betonte Gönner.

Ansprechpartner für Fragen zum aktuellen Projekt (AZ 26139): Bernhard Feldhaus, Feldhaus Klinker, Telefon: 05424/29200, Telefax: 05424/2920129

In der neuen Produktionsanlage der Firma Feldhaus Klinker können glasierte Klinkerriemchen mit nur einem Brennvorgang gefertigt werden. Die Energieersparnis: rund 86 Prozent.

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