„Rettungsnetz“ f├╝r die Wildkatze soll Naturschutz auf die Spr├╝nge helfen

Raubtier soll in Th├╝ringen, Hessen und Bayern wieder heimisch werden - DBU unterst├╝tzt Modellprojekt mit fast 500.000 Euro
Erfurt. Der Bund f├╝r Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kn├╝pft mit seinen Landesverb├Ąnden in Hessen, Bayern und Th├╝ringen ein "Rettungsnetz f├╝r die Wildkatze". Im Beisein von Th├╝ringens Umweltminister Dr. Volker Sklenar gab heute Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Th├╝ringen, mit Vertretern der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) den offiziellen Projektstart bekannt. Mit einem Br├╝ckenschlag vom Nationalpark Hainich zum Naturpark Th├╝ringer Wald sollen die seltene Raubkatze und viele andere Arten wieder in ihren urspr├╝nglichen Lebensr├Ąumen heimisch werden. Dabei stehe das Schicksal der Wildkatze f├╝r viele bedrohte Arten. DBU-Pressesprecher Franz-Georg Elpers: "Weil ihre Lebensr├Ąume l├Ąngst wie Inseln in der intensiv genutzten Kulturlandschaft voneinander getrennt sind, sind viele Tiere und Pflanzen vom Aussterben bedroht." Die DBU unterst├╝tzt das Projekt mit 494.000 Euro.

Biotopverbund vom Harz ├╝ber Hainich und Th├╝ringer Wald bis nach Bayern

Der BUND will mit seinen Landesverb├Ąnden in Th├╝ringen, Hessen und Bayern naturnahe Waldgebiete so miteinander vernetzen, dass die Wildkatze und andere Arten wieder eine Chance haben, neue Gebiete zu besiedeln. Dazu soll ein Biotopverbund geschaffen werden, der vom Harz ├╝ber den Hainich und den Th├╝ringer Wald bis nach Bayern reicht. Nach Westen soll sich der Verbund vom Hainich bis zum Kellerwald ziehen. Durchl├Ąsse an Stra├čen, Geh├Âlzstreifen entlang von Feldr├Ąndern und Waldinseln sollen die Lebensr├Ąume wieder miteinander verbinden. Mithilfe eines innovativen Konzeptes zur genetischen Untersuchung von Wildkatzenhaaren soll kontrolliert werden, wohin die Katzen wandern und ob die Ma├čnahmen funktionieren. Die genetischen Untersuchungen werden mit Unterst├╝tzung des Bayerischen Landesamtes f├╝r Umweltschutz durchgef├╝hrt.

Eine Million Euro Gesamtvolumen f├╝r f├╝nf Jahre

Das Projekt hat nach Angaben des BUND ein Gesamtvolumen von ├╝ber einer Million Euro und eine Laufzeit von f├╝nf Jahren. Neben der DBU beteiligt sich die ZGF an der Umsetzung des Projektes mit 150.000 Euro. Dar├╝ber hinaus wird das Vorhaben durch die zust├Ąndigen Ministerien und nachgeordneten Beh├Ârden in allen drei Bundesl├Ąndern unterst├╝tzt. Die Landesstiftung Naturschutz in Th├╝ringen hat f├╝r den Erwerb von Fl├Ąchen zum Aufbau des Biotopverbundes bereits finanzielle Unterst├╝tzung in Aussicht gestellt.

Paradebeispiel f├╝r das, was sich DBU im Naturschutz auf Fahnen geschrieben hat

F├╝r die DBU betonten Dr. Volker Wachend├Ârfer und Franz-Georg Elpers, das Vorhaben sei ein Paradebeispiel f├╝r das, was sich die gr├Â├čte Umweltstiftung Europas mit ihrer F├Ârderung im Naturschutz auf die Fahnen geschrieben habe. Es sei von hohes Aktualit├Ąt und gro├čer naturschutzfachlicher Bedeutung. Wachend├Ârfer: "Ein umfassender Ansatz zur Erhaltung und Vernetzung von Restlebensr├Ąumen der Wildkatze, der - und das ist ein ganz wesentlicher Aspekt - in enger Kooperation zwischen Landnutzern und Natursch├╝tzern umgesetzt wird." T├Ąglich w├╝rden ├╝ber 100 Hektar Land f├╝r den Siedlungs- und Stra├čenbau verbraucht - aufs Jahr gerechnet entspreche dies mehr als der H├Ąlfte der Fl├Ąche Berlins. Elpers: "Das macht deutlich, wie wichtig es ist, den Naturschutz st├Ąrker als bisher in die vorherrschenden Fl├Ąchennutzungen einzubinden." Seit ihrer Gr├╝ndung hat die DBU in ├╝ber 260 innovative Naturschutzprojekte mehr als 71 Millionen Euro investiert. Insgesamt bewilligte die DBU in Th├╝ringen 325 Projekte mit 78,5 Millionen Euro, in Hessen 353 Projekte mit 46 Millionen ÔéČ und in Bayern 594 Projekte mit 100 Millionen Euro.

Ansprechpartner: Dr. Burkhard Vogel, Tel.: 0361/5550312 oder 0170/7319593, E-Mail: burkhard.vogel@bund.net.
Sollen sich in Hessen, Bayern und Th├╝ringen in ihren urspr├╝nglichen Lebensr├Ąumen bald wieder heimisch f├╝hlen: Wildkatzen.