Plastikflut in den Meeren ‒ Quellen, Gefahren, Lösungen

Meeresbiologin Dr. Katrin Knickmeier hält am 9. Mai Vortrag in der DBU

Osnabrück. Ein Pottwal verendet Ende März vor der Küste Sardiniens – in seinem Magen werden über 20 Kilogramm Plastik gefunden. Im Pazifik hat sich ein Müllstrudel gebildet, der um ein Vielfaches größer ist als Deutschland. Immer häufiger sind Meldungen wie diese in den Nachrichten zu hören. Riesige Mengen Plastikmüll landen täglich in den Ozeanen. Wie der Müll dorthin kommt und was dort mit ihm geschieht, erläutert die Meeresbiologin Dr. Katrin Knickmeier vom Kieler Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) in ihrem Vortrag „Plastikmüll – alle Wege führen ins Meer“ am 9. Mai um 18.30 Uhr in der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Die Teilnahme am Vortrag ist kostenlos. Er ist Teil einer Veranstaltungsreihe, die die DBU-Ausstellung „MenschenWelt – Nachhaltige Entwicklung innerhalb planetarer Leitplanken“ begleitet.

Plastikmüll landet im Meer anstatt auf der Müllkippe

Von der Käseverpackung über die Getränkeflasche bis hin zum Wasserkocher ‒ als Verpackungsmaterial oder verbaut in Gebrauchsgegenständen ist Plastik ein fester Bestandteil unseres Alltags geworden, sagt DBU-Pressesprecher Franz-Georg Elpers. Und das nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern der Welt. Nicht immer lande der Müll fachgerecht in der Entsorgung, sondern auf illegalen Müllkippen, direkt in Flüssen oder in der Landschaft, wo der Wind ihn ins nächste Gewässer wehe. So gelange der Plastikmüll früher oder später ins Meer. Plastik sei auch immer noch als Bestandteil in einigen Kosmetikprodukten zu finden. Ein weitaus größeres Problem jedoch: Kleinste Plastikteile würden als Abrieb von Autoreifen oder als kleine Kunststofffasern bei der Wäsche über das Abwasser in die Ozeane gespült. Dazu würden Fischernetze und illegal entsorgter Müll direkt auf See kommen.

Meeresbiologin verrät, wie Müllsammelaktionen Wissenschaftlern helfen

Knickmeier geht in ihrem Vortrag nicht nur auf die Quellen des Plastikmülls ein, sondern erklärt, wie Mikroplastik entsteht und was der Einzelne gegen die Verschmutzung tun kann. Sie wird dabei auch berichten, was Müllsammelaktionen wie das Jugendprojekt „Plastikpiraten“ Wissenschaftlern über die Verbreitung von Plastik an unseren Stränden sowie in den Flüssen und Meeren verraten können. Klimabotschafterinnen des Gymnasium Ursulaschule Osnabrück ergänzen den Vortrag mit Berichten über ihre eigenen Kampagnen und Projekte wie „PlasTickst du noch ganz sauber“ und „Strohhalmfreies Osnabrück“.

Führung durch die Ausstellung „MenschenWelt“

Vor dem Vortrag besteht um 17.45 Uhr die Möglichkeit, die aktuelle Ausstellung „MenschenWelt“ im Rahmen einer öffentlichen Führung zu erleben. Sie ist bis Ende 2019 in der DBU zu sehen (montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr sowie nach Absprache). Für Schulklassen gibt es zielgruppengerechte pädagogische Programme. Weitere Informationen zur Ausstellung, zum pädagogischen Programm und zu den folgenden Vortragsveranstaltungen finden sich unter www.ausstellung-menschenwelt.de.

Bei Projekten wie den "Plastikpiraten" sammeln Schüler, Jugendliche und andere Interessierte Müll an Flussufern. Knickmeier erklärt in ihrem Vortrag, welche Erkenntnisse die Wissenschaftler anschließend anhand der Funde ermitteln können.

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