Per Satellit und im GelÀnde Jugend globale Umweltdefizite lokal vermitteln

PĂ€dagogische Hochschule Heidelberg auf neuem Weg der Umweltbildung – DBU gibt knapp 230.000 Euro

Heidelberg. Ob im Braunkohleabbau der Lausitz oder dem Bauxitbergbau am Rio Trombetas in Brasilien: Der Mensch greift in das „System Erde“ ein. Die lokalen Symptome wie der Verlust an Artenvielfalt und die Verschlechterung der Bodenqualität gleichen sich global. Die damit verbundenen Veränderungen sind oft komplex und gerade für Jugendliche kaum begreifbar. Durch den Einsatz von modernen Satellitenbildtechnologien können sie analysiert und dokumentiert werden. Das Projekt „GLOKAL Change: GLObale Umweltveränderungen in der Umweltbildung loKAL bewerten“ der Pädagogischen Hochschule Heidelberg nutzt Satellitenbilder, um die komplexen Mensch-Umwelt-Beziehungen von der globalen zur lokalen Ebene umweltdidaktisch aufzubereiten. Die Lernumgebung wird sowohl für den schulischen Einsatz in der Sekundarstufe I als auch in der außerschulischen Umweltbildung konzipiert. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Projekt mit knapp 230.000 Euro.

Bewertungskompetenz für Umweltveränderungen auf globaler und lokaler Ebene fördern

Ziel ist es, die Bewertungskompetenz für Umweltveränderungen auf der globalen und lokalen Ebene zu fördern, betont Prof. Dr. Alexander Siegmund vom Fachbereich Physische Geografie der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Der Umsetzung diene eine Kombination von multimedialen und interaktiven Lernmodulen, die maßgeblich auf Satellitenbilddaten und eigenen Untersuchungen im Gelände beruhten. Die auf der Grundlage der Fernerkundungsdaten erarbeiteten Kenntnisse würden mit der Wirklichkeit vor Ort verknüpft. Siegmund: „Dadurch werden die Folgen der zuvor vermittelten Kernprobleme des globalen Wandels auf der lokalen Ebene sichtbar und die Jugendlichen für Umweltveränderungen sensibilisiert. Das erzeugt Betroffenheit.“

Künftigen Generationen die gleichen Lebenschancen geben wie heutigen

Die ausgewählten Umweltthemen – Wald, Bodenschätze, Landwirtschaft, Flächennutzung und Wasser – würden unter dem ökologischen, ökonomischen und dem gesellschaftlich-sozialen Blickwinkel betrachtet und bewertet. Innerhalb des modulartigen Aufbaus lernten die Jugendlichen zu den verschiedenen Themen gegenwärtige nicht-nachhaltige Entwicklungsprozesse in Form von globalen Umweltveränderungen kennen und erführen, wie im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung eine ökologisch verträgliche, ökonomisch leistungsfähige und gesellschaftlich-sozial gerechte Welt von Morgen aussehen könnte, um künftigen Generationen die gleichen Lebenschancen zu geben wie heutigen.

Satellitenbilder machen Landschaftsveränderungen auf lokaler Ebene sichtbar 

Im Mittelpunkt des Projektes „Glokal Change“ steht der Einsatz von Satellitenbildern. Sie veranschaulichen nicht nur globale Prozesse, sondern untersuchen Landschaftsveränderungen auf der lokalen Ebene und machen sie sichtbar. Dazu würden bundesweite Satellitenbilddaten über eine Lernplattform im Internet für die Träger der schulischen und außerschulischen Umweltbildung (Lehrer, Umweltbildner, etc.) kostenlos zur Verfügung gestellt. Durch die Arbeit mit Satellitenbildern, die in interaktiven Lernmodulen integriert sind, würden nach Schulart und Klassenstufe differenzierte und auch außerschulisch übertragbare handlungsorientierte Aufgabenstellungen initiiert, die die Bewertungskompetenz förderten.

Ansprechpartner für Fragen zum Projekt (AZ 24439): Prof. Dr. Alexander Siegmund, Pädagogische Hochschule Heidelberg, Telefon: 06221/477570.

Nachdem via Satellit die UmweltverĂ€nderungen analysiert worden sind, ĂŒbertragen Prof. Siegmund und seine Studenten die Ergebnisse bei Felduntersuchungen auf die lokale Ebene.

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