Innovation aus Holz und Lehm: Kita „Wildblume“ erblĂŒht umweltfreundlich

Innovativer Neubau einer KindertagesstĂ€tte in Garz auf RĂŒgen – DBU fördert mit 330.000 Euro

Garz/RĂŒgen. Bei Sanierung und Bau öffentlicher GebĂ€ude gewinnen Passivhausstandards und die Nutzung erneuerbarer Energien an Bedeutung. Doch erst wenige Projekte berĂŒcksichtigen beim Energie- und Ressourcenverbrauch den gesamten Lebenszyklus eines GebĂ€udes. Beim innovativen Neubau der KindertagesstĂ€tte (Kita) „Wildblume“ in Garz auf RĂŒgen wird nun ein so genannter „Triple-Zero-Ansatz“ (dreifach null) verfolgt: „Hier soll ein Haus entstehen, das weder in die Luft noch in den Boden schĂ€dliche Emissionen abgibt, keine fossilen Energien und Ressourcen verbraucht und keine AbfĂ€lle beim RĂŒckbau hinterlĂ€sst“, erlĂ€uterte Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, GeneralsekretĂ€r der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Im Beisein von Kerstin Kassner, LandrĂ€tin des Landkreises RĂŒgen, ĂŒbergab er heute einen Förderbescheid ĂŒber 330.000 Euro an Andreas Bachmann, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes RĂŒgen, das TrĂ€ger der TagesstĂ€tte ist.

Modellhaftes recycelbares GebÀude entsteht

Als weitere Kooperationspartner sind die FakultĂ€t Gestaltung der Hochschule (HS) Wismar mit dem Bereich Architektur und das Kompetenzzentrum Bau Mecklenburg-Vorpommern, eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Wismarer Hochschule, eingebunden.Tragendes Element des Baus sei eine Holzkonstruktion, die mit Lehmsteinen gefĂŒllt und dann mit einem mehrschichtigen Lehmputz versehen werde, erklĂ€rte Prof. Martin Wollensak vom Bereich Architektur der HS Wismar. Damit kĂ€men hauptsĂ€chlich regional verfĂŒgbare und spĂ€ter recycelbare Materialien zum Einsatz. Solarthermische Flachkollektoren unterstĂŒtzten zusĂ€tzlich die Warmwasserversorgung. Zudem solle die Kita mit einem geplanten jĂ€hrlichen Heizendenergiebedarf von unter 15 und einem PrimĂ€rendenergiebedarf von 57 Kilowattstunden pro Quadratmeter zukunftsfĂ€higen Anforderungen an ein umweltgerechtes GebĂ€ude in ganz besonderer Weise entsprechen, verdeutlichte Wollensak die Ziele des Vorhabens. FĂŒr die Nutzer und die Baufirmen der Region entstehe so ein besonders modellhaftes GebĂ€ude.

Kontinuierliche PrĂŒfung der Verbrauchswerte

Das Bauvorhaben wird außerdem von der HS Wismar wissenschaftlich begleitet und nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) bewertet. Die im Vorfeld ermittelten Zielsetzungen wĂŒrden durch Berechnungen und Simulationen kontinuierlich geprĂŒft, erklĂ€rte Wollensak. Auch nach Fertigstellung des Baus sei ein messtechnisches Monitoring geplant, das bei der Einhaltung der ehrgeizigen EnergiesparplĂ€ne im realen Betrieb helfen solle. Die Studierenden profitierten ebenfalls vom Projekt, so Wollensak: „Durch die konkrete Einbeziehung können sich die Studierenden mit praxisrelevanten Themenstellungen fĂŒr das umweltgerechte Planen und Bauen beschĂ€ftigen.“

Projekt regt zu weiteren Initiativen im Klima- und Ressourcenschutz an

„Gerade der Multiplikatoreffekt bei der jĂŒngeren Generation durch das Einbinden von Studierenden und die Nutzung als KindertagesstĂ€tte ist sehr zu begrĂŒĂŸen“, unterstrich Brickwedde. „Durch das Modellprojekt der Kita Wildblume kann ein positiver Beitrag zur nachhaltigen kommunalen und regionalen Entwicklung in der Region geleistet werden, der zu weiteren Initiativen im Klima- und Ressourcenschutz anregt“, zeigte sich der DBU-GeneralsekretĂ€r ĂŒberzeugt. Die Projektergebnisse sollen im Anschluss dokumentiert und fĂŒr interessierte Organisationen und Institutionen veröffentlicht werden.

Ansprechpartner fĂŒr Fragen zum Projekt (AZ 27707): Prof. Martin Wollensak, HS Wismar, Tel.: 03841/753-138

Freuten sich gemeinsam ĂŒber den Start des innovativen Projektes: (v.l.n.r) Gitta Gohla, BĂŒrgermeisterin der Stadt Garz, Udo Timm, Landtagsabgeordneter, Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, DBU-GeneralsekretĂ€r, Gerhard Konermann, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des DRK Kreisverbandes RĂŒgen, Kerstin Kassner, LandrĂ€tin des Landkreises RĂŒgen, Prof. Martin Wollensak, Hochschule Wismar, und Andreas Bachmann, Vorsitzender des DRK Kreisverbandes RĂŒgen.
Die fĂŒnfjĂ€hrige Nele (links) und die gleichaltrige Lara freuen sich schon auf den Neubau der KindertagesstĂ€tte. Das Nullenergiehaus wird deutlich mehr Platz zum Toben und Spielen bei trotzdem sehr geringem Energieverbrauch bieten.

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