F├╝r Markt und Umwelt: Sch├╝ler proben in eigenen Firmen nachhaltiges Wirtschaften

14 "Sch├╝lerfirmen" in Niedersachsen, Th├╝ringen und Baden-W├╝rttemberg - ├ľkologische Verantwortung ├╝bernommen - DBU f├Ârderte mit 280.000 Euro
Osnabr├╝ck/ Ganderkesee. Seit der Pisa-Studie ist die Forderung in aller Munde: Das System Schule in Deutschland muss sich ver├Ąndern. Das Regionale Umweltbildungszentrum Hollen im nieders├Ąchsischen Ganderkesee reagierte auf den Ruf nach mehr Praxisbezug. Es entwickelte das Modellprojekt "Sch├╝lerfirmen im Kontext einer Bildung f├╝r Nachhaltigkeit". Das bedeutet: Sch├╝ler gr├╝nden ein eigenes kleines, umweltorientiertes Unternehmen, das regelm├Ą├čig Produkte herstellt oder Dienstleistungen bereitstellt. "Mit dem Konzept k├Ânnen Schulen f├╝r alle Sch├╝ler ab der 5. Klasse eine starke Praxisorientierung anbieten", sagt Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Generalsekret├Ąr der Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabr├╝ck, die das Projekt finanziell unterst├╝tzt hat. "Die Sch├╝ler erhalten die Chance, im Team unter realen Bedingungen wirtschaftliche Zusammenh├Ąnge und die ├Âkologische Verantwortung von Wirtschaft kennen zu lernen."

Buchhaltung und Marktanalyse statt Mathe und Deutsch

Zwei Jahre lang haben rund 150 Sch├╝ler aus Niedersachsen, Th├╝ringen und Baden-W├╝rttemberg den Ernstfall trainiert. Insgesamt 14 Sch├╝lerfirmen boten - oft in Kooperation mit einem Unternehmen aus der Region - so Unterschiedliches wie Reisen, PC-Dienstleistungen oder fair gehandelten Tee an und gr├╝ndeten etwa eine Werbeagentur oder einen Fahrradladen. Gemeinsam war allen Firmen, dass die Sch├╝ler nicht nur gute Ideen haben mussten, sondern auch wirtschaftliches Know-how: Sie lernten, wie man eine Buchhaltung f├╝hrt, den Markt sondiert und Lieferantenangebote vergleicht, wie die gew├╝nschten Produkte hergestellt werden, Werbung gemacht und der Vertrieb geregelt wird.

Bei jeder Entscheidung die Frage: Gut f├╝r die Umwelt oder nicht?

Eines durfte dabei niemals aus den Augen verloren werden: die Auswirkungen, die das Handeln der Sch├╝lerfirma auf die Umwelt und das soziale Umfeld hatte - regional, ├╝berregional oder sogar global. Die Sch├╝ler lernten schnell, so Brickwedde, dass ├Âkologische Verantwortung in einem Unternehmen auf Schritt und Tritt getragen werden muss - bei der Auswahl umweltvertr├Ąglicher Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe genauso wie beim Vertrieb, bei dem Transportwege ber├╝cksichtigt werden m├╝ssen, oder bei der Entsorgung der Produkte, die m├Âglichst wiederverwertbar sein sollten.

"Gelernt, mit Konflikten zwischen Wirtschaft und Umwelt umzugehen"

"Wirtschaft und Umwelt k├Ânnen an vielen Schnittstellen miteinander kollidieren", sagt Brickwedde. "In den Sch├╝lerfirmen haben die jungen Leute in den vergangenen zwei Jahren gelernt, mit diesen Konflikten umzugehen und Verantwortung f├╝r das Agieren ihrer Firma zu ├╝bernehmen. Das f├╝hrt nicht nur zu einem besseren Verst├Ąndnis der Abl├Ąufe in Politik und Wirtschaft. Es tr├Ągt auch zur Vermittlung von Werten bei und dazu, die Gef├Ąhrdung dieser Werte im Alltag zu erkennen."

Ansprechpartner:

Regionales Umweltbildungszentrum Hollen, Herr Rolf Daseke (Leitung),Frau Beatrice v. Monschaw, Tel.: 04223/95 058, Fax: 04223/95 057, mobil: 0173/589 16 30
Auf Catering spezialisiert hat sich die nachhaltig wirtschaftende Sch├╝lerfirma Pupils GmbH aus Ganderkesee. Jede Woche werden verschiedene Leckereien in der eigens gegr├╝ndeten Cafeteria verkauft oder zu Veranstaltungen geliefert. Im Mittelpunkt des unternehmerischen Handelns der Sch├╝lerfirma steht stets die Umweltvertr├Ąglichkeit.