„Flucht aus der Welt“: Ausstellung „landscape – escape“ im ZUK der DBU

Bis 30. November: Fotografien von Manfred Arntz – Einladung zur Eröffnung am Sonntag, 7. Oktober, 11 Uhr

OsnabrĂŒck. Monumentalaufnahme einer Seelandschaft: am Bildrand weidende Schafe, ein Paar unten am Strand, eine Möwe am Himmel, das GrĂŒn und Blau der Landschaft changiert ins Schwarz, betont vom Weiß des Strandes. „Das Paar von einer Möwe bedroht“, lautet der Titel dieser Fotografie, aufgenommen von Manfred Arntz. Die Arbeit ist das Titelbild und eines von rund 30 zum Teil großformatigen Werken, die der Fotograf ab Montag, 8. Oktober, bis Freitag, 30. November, im Zentrum fĂŒr Umweltkommunikation (ZUK) der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) unter dem Titel “landscape – escape“ prĂ€sentiert. „Mit den Werken von Arntz setzen wir unsere Reihe von Landschaftsausstellungen fort, dieses Mal mit einer fotografischen Sicht“, so DBU-GeneralsekretĂ€r Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde. Eröffnet wird die Ausstellung in Anwesenheit des KĂŒnstlers am Sonntag, 7. Oktober, um 11 Uhr (An der Bornau 2, 49090 OsnabrĂŒck). Interessierte sind herzlich zur Eröffnung eingeladen. Anmeldung unter n.frommeyer@dbu.de oder 0541/9633915.

Einen neuen Blick auf die Dinge werfen und sich Landschaften öffnen

„Meine Ausstellung ‘landscape – escape‘ hat mit dem Sehen zu tun und mit dem Reisen – und zwar im Sinne einer ‚Flucht aus der Welt‘“, erlĂ€utert Manfred Arntz. Er wolle einladen, einen neuen Blick auf die Dinge zu werfen, sich zu öffnen fĂŒr die Landschaften, sich einzulassen auf ihre Doppeldeutigkeit und sich zu verlieren in Assoziationsketten. Als Hommage zitiert Arntz in einigen Bildtiteln bekannte Fotografen wie zum Beispiel Ansel Adams (1902-1984). Er wurde unter anderem mit Landschafts- und Naturfotografien der amerikanischen Nationalparks und der Wildnisgebiete berĂŒhmt, fĂŒr deren Schutz er sich einsetzte: ein Anliegen, mit dem Arntz sympathisiert, denn in seinen Bildern gehe es „auch um subtile Kritik an der offensichtlichen Umweltzerstörung.“

Computerbearbeitete, analoge Bilder, auf Baumwolle gedruckt

Bis auf ein Bild zeige die Ausstellung “landscape – escape“ zwar digitalisierte und am Computer bearbeitete, aber analoge Bilder, auf hundertprozentige Baumwolle gedruckt – nachtrĂ€glich sei nichts hinzugefĂŒgt: „Ich arbeite mit einer ‚atmenden Kamera‘, AuthentizitĂ€t und das Vertrauen auf den Zufall ist mir wichtig“, betont Arntz. Die Möwe des Titelbildes sei zum Beispiel tatsĂ€chlich wĂ€hrend der Aufnahme durch den Bildausschnitt geflogen. Mit den Worten des spanischen Maler Salvador DalĂ­s (1904-1989) gesprochen, verstehe er seine Arbeit als „Fotografie, die die feinste und unkontrollierbarste Poesie einfĂ€ngt“.

"Das Paar von einer Möwe bedroht" von Manfred Arntz ist das Titelbild seiner Ausstellung "landscape – escape". Vom 8. Oktober bis 30. November zeigt der freischaffende KĂŒnstler aus dem OsnabrĂŒcker Land seine Fotografien im Zentrum fĂŒr Umweltkommunikation (ZUK) der DBU.

Bildserie: "LandschaftsrÀume", "Japanesque", "LandschaftstrÀume"

„Am Anfang stand das GebĂ€ude: die moderne Architektur des ZUK“, erklĂ€rt Arntz  die Anordnung der Bilder im ZUK. „Meine Bilder sollten damit in Beziehung treten, ebenso wie mit dem aus dem GlasgebĂ€ude einsehbaren DBU-Park.“ GrĂ€ser des Parks korrespondierten zum Beispiel mit seiner Fotografie „Schwankes Schilf im VorfrĂŒhling (A touch of Zen)“. Neben einer EinfĂŒhrung im Eingangsbereich zeige der Fotograf seine Bildserie in drei Kapiteln. In der Abteilung „LandschaftsrĂ€ume“ seien Monumentalaufnahmen von Landschaften zu sehen, zum Beispiel eine WĂŒstenaufnahme wie “Death Valley“ oder ein Bild namens „Die große Woge“, eine Hommage an Hokusai (1760-1849): einem der bedeutendsten Vertreter der japanischen Farb- und Holzschnittkunst. Der Einfluss japanischer Kunst auf Arntz – „sie hat mich seit etwa meinem 17. Lebensjahr stark bewegt“ – sei im Abschnitt „Japanesque“ nicht nur im Titel zu erkennen: „Hier dominieren schmale Formate; BlĂŒten, die ans japanische KirschblĂŒtenfest erinnern; Fließendes“, so Arntz. Im Kapitel „LandschaftstrĂ€ume“ wĂŒrden Nahaufnahmen von zum Teil exotischen Pflanzen gezeigt, deren Wirkung vom schwarzen Hintergrund gesteigert werde. Arntz sieht sich damit in der Tradition bekannter Fotografen-Kollegen, unter anderem von Albert Renger-Patzsch (1897-1966), einem Fotografen der so genannten Neuen Sachlichkeit.

Pianist und Dirigent John Gerrish spielt bei Ausstellungseröffnung

Arntz, 1945 in Kleve geboren, ehemaliger Studienrat am OsnabrĂŒcker Graf-Stauffenberg-Gymnasium und seit dem Jahr 2000 freier KĂŒnstler im Landkreis OsnabrĂŒck, seien BezĂŒge zu anderen KĂŒnstlern oder Disziplinen Bildender Kunst wichtig. „Davon zeugen auch zum einen die mit den Fotografien in Beziehung stehenden BuchbĂ€nde, die in den ebenfalls ausgestellten Vitrinen zu sehen sind“, weiß Brickwedde, „und zum anderen die musikalische Begleitung der Ausstellungseröffnung.“ Sie werde vom Pianisten und Dirigenten John Gerrish gestaltet. Inspiriert von den Werken, werde Gerrish unter dem Titel „Komposition in drei SĂ€tzen“ ein eigens fĂŒr die Vernissage angefertigtes StĂŒck urauffĂŒhren. Willi Karow, ehemaliger Kulturredakteur der „Badischen Zeitung“, fĂŒhre wĂ€hrend der Eröffnung  in die Ausstellung ein.

Die Ausstellung “landscape – escape“ ist ab Montag, 8. Oktober, bis Freitag, 30. November im ZUK der DBU zu sehen (Öffnungszeiten: montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr). Der Eintritt ist frei.

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