DBU vertritt Deutschland in europaweitem Fördernetzwerk

Kulturerbe Europas vor dem Verfall bewahren – Experten kamen in OsnabrĂŒck zusammen

Osnabrück. Bis heute prägen sie die Bilder von Städten und ihre Bewohner. Doch wertvolle Kulturdenkmäler sind schädlichen Umwelteinflüssen ausgesetzt, die sie in ihrer Substanz schädigen. In vielen Forschungsprojekten werden Techniken entwickelt, um das europäische Kulturerbe zu erhalten. Seit 2002 bringt die Europäische Union (EU) in einem europaweiten Netzwerk, dem European Research Area Network (ERA-NET), Licht in den Förder-Dschungel: Die Unterstützung für Forschungsprojekte wird auf nationaler und europäischer Ebene gebündelt und abgestimmt. Im Netzwerk für europäische Kulturerbeforschung wird Deutschland zukünftig von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) vertreten. Zur deutschen Auftaktveranstaltung kamen heute zahlreiche Experten aus Denkmalpflege und Kulturausschüssen aus dem In- und Ausland in die DBU. Ein Facharbeitskreis, der künftig die deutschen Ausschreibungen und Förderprogramme formulieren und mitbestimmen soll, wurde am Rand der Veranstaltung zusammengesetzt.

Deutsche Forscher können künftig  Forschungsschwerpunkte in Europa und Deutschland mitbestimmen

Johanna Leissner, Leiterin des Europa-Büros der Fraunhofer-Gesellschaft, Terrje Nypan, erster Vorsitzender des europäischen Beratungsgremiums European Heritage Legal Forum, Rainer Drewello, Professor für Denkmalpflege der Universität Bamberg, sowie weitere Sprecher wissenschaftlicher Fachinstitute kamen zur Auftaktveranstaltung des ERA-NET Projektes „Net-Heritage“ - europäische Kulturerbeforschung. Die Initiative der EU soll aufeinander abgestimmte Förderprojekte in ihrem Einsatz taktisch verbessern. „Deutschen Forschern wird mit ‚Net-Heritage’ die Möglichkeit gegeben, die künftigen Forschungsschwerpunkte in Europa und Deutschland mitzubestimmen“, sagte Lutz Töpfer, DBU-Experte für Umwelt und Kulturgüter.

Brickwedde: "Umwelteinflüsse machen nicht vor Grenzen halt"

„Die grenzübergreifende und aufeinander abgestimmte Zusammenarbeit, die auf ein gemeinsames Ziel hinaus läuft, ist unerlässlich“, betonte der DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde bei der Begrüßung der Besucher im Zentrum für Umweltkommunikation der DBU. Kulturgüterbelastungen durch Umwelteinflüsse und wissenschaftliches Können würden schließlich nicht an Grenzen halt machen.

Weitere 13 europäische Staaten an Kulturerbe-Netzwerk beteiligt

Neben Deutschland sind weitere 13 europäische Staaten an dem Netzwerk beteiligt. Das italienische Forschungs- und Kultusministerium koordiniert das Kulturerbe-Projekt. Töpfer: „Hier eröffnen sich Chancen, sowohl die deutsche, als auch die europäische Forschungslandschaft zum Kulturerbe wesentlich mitzugestalten.“

Facharbeitskreis am Rand der Tagung gegründet

Am Rand der Tagung wurde direkt die Arbeit aufgenommen: Ein Facharbeitskreis aus 20 Mitgliedern wurde gegründet. Der aktuelle Forschungsstand zum Kulturerbe in Deutschland und auch Wünsche zu künftigen Ausschreibungen und Förderprogrammen aus deutscher Sicht sollen darin formuliert werden.

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