Benachteiligten Jugendlichen in grĂŒnen Berufen auf grĂŒnen Zweig helfen

DBU unterstĂŒtzt Modellprojekt der Stadt Freiburg zur Berufsausbildung mit 120.000 Euro

Freiburg. Stadtteilgeschehen, Wirtschaftstreiben, außerschulische Lernorte: das sind drei Lebensbereiche, die selten unter einen Hut gebracht werden. Ein Freiburger Projekt macht sich nun genau das zur Aufgabe – und zwar in den zukunftstrĂ€chtigen Berufen rund um grĂŒne Technologien. Im Rahmen eines Modellprojektes stellt jetzt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) rund 120.000 Euro bereit und ĂŒbernimmt im Rahmen des Bundesprogramms „Lernen vor Ort“ fĂŒr Freiburg eine Themenpatenschaft fĂŒr das Aktionsfeld Wirtschaft, Technik, Umwelt und Wissenschaft. DBU-GeneralsekretĂ€r Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde heute anlĂ€sslich der ProjektprĂ€sentation: „Wir wollen Freiburg in dem BemĂŒhen um die bildungsbenachteiligten Jugendlichen unterstĂŒtzen. Wir hoffen sehr, dass es ĂŒber das Vorhaben gelingt, möglichst viele dieser Jugendlichen zur Aufnahme einer Berufsausbildung mit Bezug zu umweltrelevanten Themen im Handwerk zu motivieren.“

Anspruch "neuartig, umfassend und nachhaltig"

„Bildungs- und Berufsorientierung fĂŒr Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund im Green-Tech-Bereich“ ist der Projekt-Arbeitstitel, „neuartig, umfassend und nachhaltig sein Anspruch“, sagte BĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik, in deren Portfolio (Umwelt, Bildung und Jugend) das Projektthema dreifach verankert ist: „Ich bin davon ĂŒberzeugt, dass der Ansatz, Sozial- und Bildungsraum miteinander zu verknĂŒpfen, ein hohes Innovationspotenzial bietet und dazu beitragen wird, Kinder, Jugendliche, Eltern und Multiplikatoren fĂŒr Green-Tech-Berufe und Nachhaltigkeitsthemen zu sensibilisieren.“ Dankbar zeigte sie sich fĂŒr die UnterstĂŒtzung der grĂ¶ĂŸten Umweltstiftung der Welt.

Umweltprobleme prÀgen Alltag eines jeden Einzelnen

Die Initiative LEIF (Lernen erleben in Freiburg) hat das neue Projekt, begleitet von der DBU, konzeptionell vorgedacht und gemeinsam mit den Projektpartnern entwickelt; sie wird seine Umsetzung moderieren, koordinieren, neue Strukturen bilden und „einmal mehr“, wie Gerda Stuchlik betonte, „Partner zusammen bringen, die so bisher nicht zusammengearbeitet haben“. Das Projekt beginnt im April und hat eine Laufzeit von zwei Jahren. Ihm liege die Erkenntnis zugrunde, dass umweltbezogene Probleme – sei es in Energie-, Bau-, MobilitĂ€ts- oder Konsumfragen – lĂ€ngst den Alltag jeder und jedes Einzelnen prĂ€gten, wie Projektleiterin Veronika Schönstein betonte. Den „Green-Tech-Branchen“ komme dabei die Aufgabe zu, umweltvertrĂ€gliche Verfahren zu entwickeln und umzusetzen.

Mangel an an nichtakademischen Ausbildungs- und Qualifizierungsangeboten

Allerdings mangele es bislang an nichtakademischen Ausbildungs- und Qualifizierungsangeboten. Nachhaltige Konzepte alleine reichten nicht aus. Es bedĂŒrfe auch jener FachkrĂ€fte, die zukunftsfĂ€hige Techniken umsetzen könnten. Schönstein: „Umweltbranchen bieten dafĂŒr gleich zweierlei Chancen: fĂŒr Klimaschutz und fĂŒr die BeschĂ€ftigung. Jugendliche mit Migrationshintergrund oder aus bildungsfernen Familien werden dabei bisher zu wenig von Berufsmöglichkeiten oder Angeboten der ‚Bildung fĂŒr nachhaltige Entwicklung‘ erreicht.“

Zugang fĂŒr Jugendliche und Eltern außerhalb klassischer Lernorte

Das wolle das neue Projekt im Rahmen von Lernen vor Ort Ă€ndern. Kinder und Jugendliche, Eltern und Multiplikatoren sollen ĂŒber konkrete Angebote auf Green-Tech-Berufe und Nachhaltigkeitsthemen aufmerksam gemacht werden. Das Neue an diesem Ansatz sei, dass Jugendliche und Eltern diese ZugĂ€nge außerhalb formaler Lernorte erhielten. In den Mittelpunkt rĂŒcken drei Projektpartner, die sich auf der heutigen Pressekonferenz vorstellten. Zwei davon betreiben mobile Jugendarbeit – das Jugendhilfswerk im Quartier westlich der Merzhauserstraße, der Diakonieverein der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde in Weingarten-Ost. Der dritte – die Vereinigung Freiburger Sozialarbeit – fĂŒhrt das LetzFetz-Jugendzentrum im StĂŒhlinger. Sie agierten allesamt niederschwellig, stadtteilbezogen und an der Schnittstelle zwischen Freizeit, Schule und Familie, so Schönstein.

In praxis- und erlebnisorientierten LernwerkstĂ€tten fĂŒr Nachhaltigkeit sensibilisieren

Damit eröffneten sich vielfĂ€ltige ZugĂ€nge, um Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund an Nachhaltigkeitsthemen und das Green-Tech-Berufsspektrum heranzufĂŒhren. Das geschehe praxis- und erlebnisorientiert in „LernwerkstĂ€tten“. Parallel dazu wĂŒrden ihre Eltern ĂŒber Green-Tech-Berufe informiert und fĂŒr Nachhaltigkeit sensibilisiert. Zudem wĂŒrden Multiplikatoren aus den Stadtteilen in den genannten Themenfeldern qualifiziert.

Zusammenarbeit zahlreicher Initiativen und Organisationen

Als Bindeglied zur Wirtschaft diene die Handwerkskammer Freiburg, zu außerschulischen Bildungseinrichtungen der Umweltbildung und Bildung fĂŒr nachhaltige Entwicklung die Ökostation. Weitere Partner des Projekts sind die Agentur fĂŒr Arbeit, stadtteilspezifische Partner wie Unternehmen und Betriebe, außerschulische Jugendarbeit, Schulen, Migrantenvereine, Netzwerke der bĂŒrgerschaftlichen Selbstorganisation und des Ehrenamts, die Bertelsmann-Stiftung als Freiburger Grundpatin von „Lernen vor Ort“, die Wilhelm-Oberle-Stiftung und diverse stĂ€dtische Ämter.

Ansprechpartner fĂŒr Fragen zum Projekt (AZ 29383): Initiative Lernen erleben in Freiburg, Veronika Schönstein, Telefon: 0761/2012380

Auch außerhalb von Schule und Elternhaus sollen Jugendliche an die Umwelttechnik herangefĂŒhrt werden. Gerade auch bildungsbenachteiligte Jugendliche sollen so zu einer Ausbildung in Umweltberufen animiert werden.

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