Auf die „leichte” MĂŒll-Tour: mit Idealgewicht zur Halde

DBU fördert Optimieren eines energiesparenden Leichtbau-Abfallfahrzeugs mit 123.000 Euro

Osterholz-Scharmbeck. MĂŒllfahrzeuge befreien StĂ€dte und Gemeinden von Abfall. Bei ihren Touren stoßen sie aber viel Kohlendioxid (CO2), Stickoxide und Feinstaub aus und belasten dadurch selbst die Umwelt und die Gesundheit der Menschen. Mit UnterstĂŒtzung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) will FAUN Umwelttechnik aus Osterholz-Scharmbeck seine Abfallsammelfahrzeuge optimieren: „Durch eine leichtere Ladevorrichtung und einen auf das neue Gewicht angepassten Antrieb sollen bis zu 13 Prozent weniger Schadstoffe ausgestoßen und soll vergleichsweise mehr Energie eingespart werden“, sagt DBU-Experte Dr.-Ing. Jörg LefĂšvre. Anders als bei Pkw gebe es fĂŒr MĂŒllfahrzeuge bisher keine entsprechenden Messverfahren, um das Idealgewicht zu ermitteln. Mit Computer-Simulationen und Fahrtests soll deshalb eine Leichtbau-Konstruktion entwickelt werden, die auch fĂŒr andere Sonderfahrzeuge geeignet ist. Die DBU gibt 123.000 Euro.

Beitrag fĂŒr eine moderne und wirtschaftliche Abfall-Entsorgung

„Fahrzeuge in Leichtbauweise haben den Vorteil, dass durch das verringerte Gewicht mehr MĂŒll zugeladen und befördert werden kann. Insgesamt werden also weniger Fahrzeuge benötigt. Und je weniger Fahrzeuge im Einsatz sind, desto weniger CO2 wird verbraucht“, erlĂ€utert Konstruktionsleiter Johannes Klossek von FAUN Umwelttechnik. Ziel sei es, einen Beitrag fĂŒr eine moderne und wirtschaftliche Abfall-Entsorgung zu leisten.

Belastungen im Fahrbetrieb genau ermitteln

Welche Belastungen im Fahrbetrieb aufkommen und wie hĂ€ufig sie auftreten, mĂŒsse möglichst genau ermittelt werden, sagt LefĂšvre. Dazu soll zunĂ€chst ein kostengĂŒnstiges Verfahren mit Messfahrten und Computer-Simulationen entworfen werden. BerĂŒcksichtigt werden sollten vor allem Aufbau und Ladevorrichtung des Fahrzeugs. Anschließend soll geprĂŒft werden, wie viel Gewicht eingespart werden kann. „Das von uns entwickelte Baukastensystem soll auch auf andere Fahrzeuge ĂŒbertragbar sein“, ergĂ€nzt Klossek.

Eine auf den Mittelstand zugeschnittene Lösung ableiten

Bei Pkw wĂŒrden durch Simulation, Labor- und Fahrversuche bereits sehr gute Leichtbauergebnisse erzielt, betont LefĂšvre. FĂŒr die Nutzfahrzeugbranche gebe es noch Bedarf. Im Projekt solle eine auf den Mittelstand zugeschnittene Lösung abgeleitet und an einem MĂŒllfahrzeug erprobt werden. Mittelfristig sollen sich so fĂŒr kleinere Nutzfahrzeugbau-Unternehmen neue Möglichkeiten ergeben, die Betriebsanforderungen an ihre Produkte genauer zu definieren und damit optimierte energie- und ressourceneffizientere Konstruktionen zu entwickeln. Kooperationspartner ist die FakultĂ€t Ingenieurwissenschaften und Informatik der Hochschule OsnabrĂŒck.

Ansprechpartner fĂŒr Fragen zum Projekt (AZ 31105): Johannes Klossek, FAUN Umwelttechnik, Telefon: 0479/5955244

Mit UnterstĂŒtzung der DBU will FAUN Umwelttechnik seine Abfallsammelfahrzeuge optimieren. Durch eine leichtere Ladevorrichtung und einen auf das neue Gewicht angepassten Antrieb sollen bis zu 13 Prozent weniger Schadstoffe ausgestoßen werden.

Medien & Infos