“Mode-Tops” als “├ľko-Flops”? Neue Technik bietet Spa├č ohne Umweltreue

Firma aus Baden-W├╝rttemberg entwickelte neue Drucktechnik f├╝r Textilien - 12.000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr gespart - DBU f├Ârderte
Osnabr├╝ck / Radolfzell. "Hip", "cool" und "in" sein: Schon die ersten Vorfr├╝hlings-Sonnenstrahlen verlocken dazu, sich mit frechen Farben, mutigen Mustern und spleenigen Spr├╝chen zu pr├Ąsentieren. Aber: Frische Mode hat ihren Preis - auch f├╝r die Umwelt. Denn das Bedrucken von T-Shirts oder Hemden war bis jetzt eine ├Ąu├čerst energieintensive Angelegenheit. Die Firma CSC Sch├Ąfer aus Radolfzell (Baden-W├╝rttemberg) hat mithilfe der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU, Osnabr├╝ck) eine neue Presse f├╝r den Textildruck entwickelt, die den Energieverbrauch um fast 85 Prozent verringert. "Bei 23.000 Anlagen, die in Deutschland laufen, k├Ânnen mit der eingesparten Energie fast 360.000 Waschmaschinen ein Jahr lang betrieben werden", rechnet DBU-Generalsekret├Ąr Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde vor. "Damit kann der Aussto├č von ├╝ber 12.000 Tonnen Kohlendioxid vermieden werden, ein erhebliches Umweltentlastungspotenzial!" Die DBU f├Ârderte das Projekt mit 84.000 Euro.

Transferdruck schon f├╝r kleinste St├╝ckzahlen m├Âglich

Neben dem F├Ąrben ist das Bedrucken das wichtigste Verfahren zur Farbgestaltung von Textilien, speziell das nachtr├Ągliche Bedrucken fertiger Kleidungsst├╝cke mit Motiven oder Aufschriften. Kein Profisportler, der ohne den Namen seiner Sponsors am Hemdkragen ins "Sportstudio" kommt, kaum ein Musiker, der sich f├╝r seine gro├če B├╝hnenschau nicht individuell herausputzt. Ob Foto oder Schriftzug - jedes denkbare Motiv kann einfach am Computer gestaltet, auf eine Folie ausgedruckt und mit einer Hei├čpresse auf den Stoff gepr├Ągt werden. Dieser sogenannte Transferdruck ist schon f├╝r kleinste St├╝ckzahlen m├Âglich und preislich interessant. Das Problem: Es dauert sehr lange, bis die Pressen die n├Âtige Betriebstemperatur von 180 Grad erreicht haben. Und um "K├Ânig Kunde" nicht zu lange warten zu lassen, werden sie so den ganzen Arbeitstag betriebsbereit gehalten. Das kostet - nutzlos - Energie.

Heizung des Druckkopfes erst nach dem Einlegen der Textilien einschalten

Hier setzte das mittelst├Ąndische Unternehmen aus dem "L├Ąndle" an. Es entwickelte eine innovative Technik, die es erlaubt, die Heizung des Druckkopfes erst nach dem Einlegen der Textilien einzuschalten, die Druckplatte aber innerhalb von nur 30 Sekunden gleichm├Ą├čig aufzuheizen. M├Âglich machen das Infrarotstrahler und ein Spezialglas f├╝r die Druckplatte, wie es auch f├╝r Ceran-Kochfelder verwendet wird, sowie eine wesentlich verbesserte w├Ąrmetechnische Isolierung.

├ľkologische und ├Âkonomische Vorteile

Neben der reinen Energieeinsparung, die Umwelt und Geldbeutel schone, biete das neue Verfahren auch eine ganze Reihe weiterer wirtschaftlicher Vorteile f├╝r den Anwender, so Brickwedde. Sie best├╝nden in einem verminderten Ausschuss beim Drucken, einer einfacheren Bedienung und einer deutlichen Verbesserung der Druckqualit├Ąt. Die neue Textilpresse verschlinge im Jahresvergleich gegen├╝ber herk├Âmmlichen Druckpressen nur etwa ein Drittel der Kosten.

Ansprechpartner zum Projekt: Peter Sch├Ąfer, CSC Sch├Ąfer, Telefon: 07732/991311, Fax: 07732/991315.
Mode macht Spa├č: Die neue Drucktechnik der Firma CSC Sch├Ąfer erm├Âglicht energiesparendes Bedrucken von T-Shirts und Hemden. Foto: bilderbox